Meine Arbeit mit Pferden

Pferde reagieren nicht auf unsere Worte. Sie reagieren auf unseren Zustand. Sie bemerken Veränderungen häufig früher als wir selbst. Deshalb entsteht Verbindung nicht erst in dem Moment, in dem ein Pferd Angst hat. Sie entsteht in jedem kleinen Augenblick davor. Im Timing. Im Raum. Im Tempo. In unserer Präsenz. Nicht als Technik. Sondern als Haltung.

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Co-Regulation beginnt lange bevor Stress sichtbar wird

Wenn wir über Co-Regulation sprechen, denken viele Menschen an eine Situation, in der bereits etwas schiefgelaufen ist. Ein Mensch ist überwältigt. Ein Pferd zeigt deutliche Stresssignale. Jemand versucht zu beruhigen. Doch je länger ich mit Menschen und Pferden arbeite, desto mehr verschiebt sich mein Blick.


Ich glaube heute, dass Co-Regulation viel früher beginnt.

Nicht dann, wenn ein Nervensystem bereits im Alarmzustand ist.

Sondern lange davor. Diesen Gedanken habe ich aus einem Seminar mit Elsa Sinclair aus dem Freedom Based Training mitgenommen. Eigentlich war es weniger ein neuer Gedanke als vielmehr eine Bestätigung dessen, was ich in meiner eigenen Arbeit schon lange beobachte.

Die wirksamste Co-Regulation beginnt oft, bevor sie überhaupt notwendig erscheint.

Das Nervensystem spricht lange bevor Verhalten sichtbar wird.

Ein Pferd zeigt nicht plötzlich Stress.

Sein Nervensystem verändert sich bereits lange vorher.

Die Aufmerksamkeit wird enger.
Die Atmung verändert sich.
Der Muskeltonus nimmt zu.
Die Bewegungen werden kleiner.
Der Blick wird wacher.
Die Ohren verändern ihre Ausrichtung.
Oft sind es winzige Signale, die leicht übersehen werde
n.

Je länger ich mit Menschen und Pferden arbeite, desto mehr verändert sich auch meine eigene Haltung.

Früher glaubte ich, möglichst schnell helfen zu müssen. Heute vertraue ich dem Prozess. Nicht, weil Veränderung von allein geschieht. Sondern weil ich immer wieder erlebe, dass jedes Nervensystem die Fähigkeit zur Selbstregulation in sich trägt.


Meine Aufgabe ist deshalb nicht, Heilung zu machen.

Meine Aufgabe ist es, Bedingungen zu schaffen, unter denen Selbstregulation wieder möglich wird.

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Dafür braucht es manchmal Wissen.

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Manchmal Berührung.

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Manchmal Bewegung.

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Und manchmal einfach einen Menschen, der ruhig genug ist, nichts erzwingen zu müssen.